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erste
Ballonmission
am 24.04.2004
1. Einleitung
2. Baugruppen des Ballons
3. Der Start
4. Die Verfolgung
5. Der Fund
6. Auswertung der gesendeten Daten
Am 24.04.2004 startete unser
OV in Zusammenarbeit mit dem AATiS
einen Wetterballon mit selbst entwickelter Amateurfunk-Nutzlast.
Der Ballon wurde mit ca. 5 Kubikmetern Helium gefüllt, welches von der
Sparkasse ALK gespendet wurde. Mit dieser Gasfüllung wurde die von uns
entwickelte, 1 kg schwere Nutzlast auf eine Höhe von knapp über 30
km gebracht. Dabei wurden Außentemperaturen von unter -40 °C erreicht.
Durch den sehr geringen Luftdruck in diesen Höhe dehnt sich das Gas in
der Ballonhülle immer weiter aus, bis der Ballon platzt und die Nutzlast
an einem Fallschirm wieder zu Boden fällt.
Das komplette Fluggerät wurde vom AATiS
gestellt. Der AATiS organisierte
auch die Versicherung und sorgte für eine Startgenehmigung bei der Deutschen
Flugsicherung.
Die von uns entwickelte Nutzlast hat während des Fluges Wetter- und Positionsdaten
im 70 cm-Band ausgesendet. Für die Stromversorgung haben wir spezielle
Lithiumbatterien ausgewählt, die eine sehr hohe Kapazität haben und
für die tiefen Temperaturen geeignet sind und zudem mit 80g pro Batterie
sehr leicht sind.
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Links zu sehen das Gespann aus dem eigentlichen Ballon, darunter ein Fallschirm, der den unten angebrachten Behälter mit der Nutzlast sicher zu Boden bringen soll. Darüber befindet sich ein Radartarget, damit die Deutsche Flugsicherung jederzeit die Position des Ballons feststellen kann. Auf der rechten Seite sind die einzelnen Komponenten unserer
Nutzlast aufgeführt. Diese befinden sich auf einer gemeinsamen
Platine. |
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der von Rolf (DF9DQ) entwickelt wurde. Die Frequenz beträgt
433,800 MHz.
Die Daten bekommt der Ballon von 3 verschiedenen Teilsystemen, von denen die
ersten beiden die Daten als 1200 Baud AFSK-Paket-Radio-Signale aussenden. Das
dritte Teilsystem sendet die Daten als Sprachsignal aus, damit bereits mit einem
einfachster Ausrüstung wie z.B. einem 70 cm-Handfunkgerät die Daten
unseres Ballons empfangen werden können. Die 3 Teilsysteme sind folgende:
1. AATiS Wetterstation AS53
An die Wetterstation ist zum einen die sogenannte "Vaisala-Sonde RS80"
angeschlossen, die Daten über Luftfeuchtigkeit, Luftdruck sowie Innen-
und Außentemperatur liefert. Leider ist die Sonde am
Tag vor dem Start kaputt gegangen und hat während des Fluges nur unsinnige
Daten ausgesendet. Außerdem werden durch weitere Sensoren die
Batteriespannung sowie nochmals die Temperatur und der Luftdruck (diesmal im
Inneren des Nutzlast-Behälters) ermittelt. Die gewonnenen Daten werden
als 1200 Baud-Paket-Radio-Signal ausgesendet.
2. APRS "TinyTrak"-Modem
An unser ursprünglich für das Stadtfest 2002 angeschafft TinyTrak-Modem
wird eine sogenannte "GPS-Maus" angeschlossen. Das ist ein kompakter
GPS-Empfänger mit serieller Schnittstelle in einem abgeschlossenen Gehäuse,
der oben auf unserem Nutzlastbehälter angebracht wird. Die GPS-Daten werden
im APRS-Format ebenfalls mit 1200 Baud ausgesendet und sollen uns helfen, den
Flug des Ballons verfolgen zu können und hoffentlich auch die Nutzlast
wiederzufinden und zu bergen.
3. Sprachausgabe
An das von Manni (DL5DAJ) entwickelte Sprachausgabemodul sind Sensoren für
Außen- und Innentemperatur, den Luftdruck (aus dem die Höhe errechnet
werden kann) sowie die Batteriespannung. Hören wird man folgenden Text:
"Hier ist Delta Fox Null Alpha India Sierra, Ballonmission Lennestadt"
gefolgt von den Daten der Sensoren.
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Der Flug des Ballons wurde zum einen vom Rhein-Weser-Turm
und zum anderen auch von 3 mobilen Verfolgungsteams beobachtet. |
![]() Basisstation auf dem Rhein-Weser-Turm |
![]() Kontakt zu den Verfolgern |
Als er dann gegen 11:43 platzte und den Sinkflug began,
wurde er auch wieder schneller und erreichte wiederum Geschwindigkeiten
bis über 150 km/h. Um 12:40 bekam unsere Basisstation die letzte Position des Ballons: südwestlich von Wachenheim (ca. 15 km westlich von Worms) in 1630 m Höhe. Auch die mittlerweile wieder zurückgefallenen Verfolgerteams konnten zu diesem Zeitpunkt keine Daten mehr aufnehmen. Mithilfe der letzten Daten versuchten wir zu berechnen, wo der Ballon gelandet war. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass er etwa um 12:50, ca. 3 km weiter, südlich von Kindenheim zu Boden gegangen sein müsste. Unsere Verfolger trafen etwa 20 Minuten später im "Zielgebiet" ein und begannen die Suche. |
![]() Unsere 3 Verfolgerteams zusammen am Fundort des Ballons |
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Im Ort Kindenheim waren auch wieder schwache Signale
des Ballons zu empfangen. Es reichte aber zunächst nicht aus, um die APRS-Positionsdaten
zu dekodieren. Daher wurde beschlossen, aus dem Tal heraus zu fahren. Weiter
oben wurden die Signale stärker und es gelang schließlich,
ein Paket zu dekodieren, welches zeigte, daß sich der
Ballon auf der anderen Seite des Tals befinden musste.
Sofort machte das Verfolgerteam Kai-Uwe (DF3DCB), Nico (DL1DOW) und Xiaoyu sich
auf den Weg dorthin und fand den roten Fallschirm gegen 13:30 auf
Anhieb in einem Weinberg westlich von Kindenheim. Außer natürlich
dem geplatzten Ballon selbst war alles intakt.
Sowohl die Nutzlast als auch der angehängte 80 m Sender liefen weiter.
An der Styroporbox waren keine Beschädigungen feststellbar. Sogar das aus
Aluminiumfolie bestehende Radartarget und der Fallschirm waren unbeschädigt.
6 . Auswertung der gesendeten Daten
Flugroute des Ballons,
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Geschwindigkeit
und Höhe nach Zeit![]() |
Die Exceldatei, aus der die obigen Diagramme sowie die
Karte entstanden sind gibt es hier zum Download:
Ballon.xls
Hinweis: Mit dem Programm "Microsoft Mappoint" kann man die Positionsspalten
"K" und "L" importieren und so die Flugroute und die Messwerte
in der Karte sichtbar machen.
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letztes Update: 05.09.2006 17:39 |